wukensee

ich bin

du bist

wir sind

das Kind- am See

das stoisch auf das Wasser blickt,

als ob es ein Geheimnis hat.

du bist

ich bin

wir sind

der Wind - am See,

der sachte übers Wasser weht.

als ob er Wellen glätten will.

wir sind

ich bin -

am See.

du bist -

ein Optimist,

der gerne nackt im Wasser ist.


PUGNAT_mollitia_summer 2014
Slim fitted cardigan with press
fastener front and frill front to
button on and off, in slightly felted
machine-knit fabric – 50% viscose,
29% mohair, 18% polyamide,
3% wool – cream, black

(Source: facebook.com)

Farbvalenz_

Wachendes Blau der Nacht
bis am Morgen das klare Bellen des Hundes
den sonnengrauen Himmel herbei ruft.
Geschmolzenes Weiß
asphaltgrau knirschend unter Schuhsohlen
die sich das Gestern aus den Augen reiben.
Kühle kneift munter in Wangen
verschnauft am Mittag zwischen Fensterspalt und abgasgrauem Glas.

Weiß wehen Taschentücher aufgeregt vor Nasenflügeln hin und her
zu große Mäntel mit Fellrand tanzen im Wiegeschritt
fröhlich an runden Bäuchen im Takt der Schuhsohlen
von Gestern und Heute durchs geschmolzene Weiß.

Dunkelblau wird das Sonnengrau
verschwindet im Auge hinter Lidern
die munter den neuen Tag verschlafen.

Darjeeling first flush_

Der Winter klopft.

Ich lass ihn rein.

Er friert die ganze Wohnung ein.

Ich koch uns Tee

hol Plätzchen raus,

der Winter zieht die Schuhe aus.

Er lächelt, schweigt, trinkt seinen Tee.

Ein netter Kerl, wie ich ihn seh.

Wir reden kaum

Wir schauen nur.

Es schneit bereits in meinem Flur.

Dann steht er auf,

umarmt mich leise,

„ich muss, ich hab ne lange Reise.“,

sagt er in seiner Art und Weise.

„Ich weiß“, sag ich

„Machs gut, war schön.“

„Vielleicht können wir uns wiedersehn?“

Knietief im Schnee

stehen  er und ich.

Er lächelt nur-

in meinem Flur.

 „Machs gut, ich muss, bis irgendwann“

Er zieht die Schuhe wieder an.

„Ich weiß“, sag ich,

„hier gibt es Tee,

ganz gleich wann ich dich wieder seh.“

„Machs gut, ich muss, es fällt mir schwer,

denn wirklich lange ist es her,

dass jemand mich zum Tee einlud.

Und gänzlich noch vom Glück befangen,

ist er ganz einfach los gegangen.

A_und_X

"Sieht ganz so aus, als schulde ich Ihnen ein Wort des Dankes. Er hatte einen ausländischen Akzent, aber ich fragte wiederum nicht nach.
Alles an ihm war scharf und widerborstig, als ob er längst gelernt hätte, das alles, was man laut und freiheraus sagte, ein Fehler sei.
Ich brachte ihn zur Tür und beobachtete, wie er das Niemandsland überquerte. Er ging wie einer, der es gewohnt ist, davonzukommen, und drehte sich kein einziges Mal um.”

John Berger_A und X

some days are made to_

Being trapped in Bach Partita No.6

der Anflug eines Gedankens

aufgrund unzureichender Sicht 
kurzum abgebrochen

unfinished sympathy_for the raindrop

regennasse Straßen verstecken jede Spur

sachte schwimmt Papier vorbei

zur See

will weit weg

gestoppt durch einen Zweig

unvorhersehbar vom Baum getrommelt

was übrig blieb

das löst sich auf

auf seinem Weg zum großen Meer

fließt in einen Rinnsal das Regenrohr

zum Dach hinauf

und fällt als ein einziger Tropfen

vom Ziegelende

auf meine Stirn

_

A4_A9_A9_A4

auf grauem asphalt eilen die sonntage
während erinnerungen
auf spielplätzen
füße baumeln lassen,
mutig auf bäumen klettern
und bunte streusel auf dem eis zählen